Forschungsprojekte Allgemeine Innere Medizin

Clinical surveillance vs. anticoagulation for low-risk patients with isolated subsegmental pulmonary embolism: a multicenter randomized placebo-controlled non-inferiority trial (SAFE-SSPE)

Im Mai 2020 hat die multizentrische randomisierte Placebo-kontrollierte SAFE-SSPE Studie (Clinical surveillance vs. anticoagulation for low-risk patients with isolated subsegmental pulmonary embolism: a multicenter randomized placebo-controlled non-inferiority trial) am Inselspital begonnen. Die von der KAIM initiierte und vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie hat zum Ziel, bei Patientinnen und Patienten mit subsegmentalen Lungenembolien die Prognose einer Managementstrategie mit und ohne Antikoagulation zu vergleichen.

Efficacy of Metamizole or Ibuprofen with or without a Short educational Intervention compared to standard care in acute and subacute low back pain: a multicenter, randomized, factorial trial (EMISI)

Unter der Leitung von Prof. Maria Wertli hat die vom SNF geförderte EMISI Studie (Efficacy of Metamizole or Ibuprofen with or without a Short educational Intervention compared to standard care in acute and subacute low back pain: a multicenter, randomized, factorial trial) im November 2019 mit der Patientenrekrutierung im der Medizinischen Poliklinik gestartet. In dieser randomisierten kontrollierten Studie wird die analgetische Wirksamkeit von Ibuprofen und Metamizol bei Patientinnen und Patienten mit akuten oder subakuten lumbalen Rückenschmerzen verglichen.

Lumbale Rückenschmerzen sind sehr häufig: fast jeder Mensch leidet mindestens einmal in seinem Leben an einer akuten lumbalen Rückenschmerzepisode. Bei akuten und subakuten Rückenschmerzen empfehlen Behandlungsrichtlinien eine symptomatische Therapie mit Analgesie und körperlicher Bewegung. Viele der heutzutage eingesetzten Analgetika sind jedoch nicht oder nur schlecht für diese Indikation untersucht. Die Auswirkungen eines allzu freigiebigen Gebrauches von Opioiden bei fraglichen Indikationen hat uns die Opioid-Epidemie schmerzlich vor Augen geführt, weshalb solide Evidenz zum Nutzen von Nicht-Opioid-Analgetika bei Rückenschmerzen dringend notwendig ist. Ibuprofen wird bei akuten Rückenschmerzen häufig eingesetzt wie auch das Metamizol, wobei dessen Wirksamkeit bei dieser Indikation aber bis anhin nicht systematisch untersucht wurde. Das Ziel der EMISI Studie ist es, die Wirksamkeit von Metamizol mit derjenigen von Ibuprofen, welches aufgrund des Nebenwirkungsprofils nur limitiert eingesetzt werden kann, zu vergleichen. Studien konnten zudem eine Wirksamkeit der körperlichen Aktivität auf die Schmerzkontrolle und Funktionsfähigkeit nachweisen. Da jedoch viele PatientInnen nur ungern Medikamente einnehmen, vermeiden sie schmerzauslösende Bewegungen und schonen sich, was sich negativ auf die Rückenschmerzen auswirkt. In der EMISI Studie wird daher ebenfalls untersucht, ob eine Kurzintervention zusätzlich zur Schmerztherapie die Funktion nach sechs Wochen verbessert.

Risk Stratification for Hospital-Acquired Venous Thromboembolism in Medical Patients: a Prospective Multicenter Cohort Study (RISE Studie)

In der RISE Studie («Risk Stratification for Hospital-Acquired Venous Thromboembolism in Medical Patients: a Prospective Multicenter Cohort Study») werden die Prädiktoren von venösen Thromboembolien bei hospitalisierten internistischen PatientInnen, insbesondere die Mobilität, genauer untersucht. Zur Reduktion des Risikos für venöse Thromboembolien wird bei Hochrisiko-PatientInnen eine Thromboseprophylaxe eingesetzt. Die Einschätzung des Thromboembolierisikos ist jedoch besonders bei internistischen PatientInnen schwierig, weshalb dazu komplizierte Modelle verwendet werden. Ziel dieser prospektiven Studie ist es, die Einschätzung des Thromboembolierisikos bei hospitalisierten medizinischen PatientInnen zu optimieren und zu vereinfachen.

Studie zu Kommunikationsstrategien für REA-Gespräche (REA-Studie)

Die SAMW empfiehlt in ihren Guidelines «Reanimationsentscheidungen» frühzeitig das Gespräch mit hospitalisierten PatientInnen bezüglich Therapiepräferenzen im Fall eines Herz-Kreislaufstillstandes zu führen. Das Gespräch zum «REA-Status» ist jedoch häufig eine Herausforderung. Eine multizentrische, randomisierte Studie, welche seit Mitte Januar 2021 auf der KAIM läuft, wird Kommunikationsstrategien für REA-Gespräche bei hospitalisierten internistischen PatientInnen untersuchen und vergleichen. Die vom SNF geförderte Studie wurde von Frau Prof. Hunziker, Stv. Chefärztin Psychosomatik und Leitende Ärztin Medizinische Kommunikation am Universitätsspital Basel, entwickelt und initiiert.

Goal-directed mobilization in general internal medicine inpatients (GoMob-In)

Dr. med. Fabian Liechti untersucht mit seinem Projekt «Goal-directed mobilization in general internal medicine inpatients» die Effekte der physiotherapeutischen Mobilisation bei älteren hospitalisierten PatientInnen auf der Inneren Medizin. Viele PatientInnen bewegen sich während des Spitalaufenthaltes wenig, was zu Muskelabbau, Stürzen, Delir und anderen Komplikationen führen kann. Diese randomisierte, Assessor-verblindete Studie untersucht an hospitalisierten PatientInnen mit Indikation für Physiotherapie, ob deren Beweglichkeit (DEMMI-Score) verbessert wird, wenn ein konkretes, individuelles Mobilitäts-Tagesziel vorgegeben wird.

Impact of an INtervention TO increase MOBility in older hospitalised medical patients  (INTOMOB): a cluster randomised controlled trial

Dr. med. Carole E. Aubert hat vom Schweizerischen Nationalfonds einen prestigereichen Ambizione Grant für das Projekt «Impact of an INtervention TO increase MOBility in older hospitalised medical patients (INTOMOB): a cluster randomised controlled trial» erhalten. Die von Frau Dr. Aubert geleitete interprofessionelle Studie, die in Zusammenarbeit mit der Pflege an 2 Spitälern der Insel Gruppe sowie am Kantonsspital Fribourg durchgeführt wird und im Kontext von Complex Care und Multimorbidity angesiedelt ist, hat zum Ziel, die Mobilität und Prognose von internistischen Patienten zu verbessern.

Corona Immunitas

Mit einem Langzeit-Monitoring der Antikörper-Entwicklung ermitteln verschiedene Studien des Forschungsnetzwerk SSPH+ die Ausbreitung des Coronavirus in der Schweiz. Untersucht wird, ob nach einer Infektion ein Schutz vor einer erneuten Ansteckung besteht und falls ja, wie lange dieser anhält. Darüber hinaus tragen die Studien zur Planung von Impfprogrammen und zu einer besseren Vorbereitung auf künftige Virus-Wellen und -Ausbrüche bei.

Als inter-universitäre Fakultät vereint die Swiss School of Public Health (SSPH+) zwölf Schweizer Universitäten und Fachhochschulen. 14 Hochschulen und Gesundheitsorganisationen - darunter die KAIM - setzen das Programm Corona Immunitas auf nationaler Ebene koordiniert um.

Multi-modal effects of thyroid hormone replacement for untreated older adults with subclinical hypothyroidism; a randomised placebo-controlled trial (TRUST trial)

This grant funds a randomized controlled trial to assess the multi-modal effects of Thyroid hormone Replacement for Untreated older adults with Subclinical hypothyroidism; a randomised placebo-controlled Trial (TRUST Study) among 3000 older adults. Outcomes include cardiovascular events, disease-specific and health-related quality of life, muscle function and cognition.

Swiss Venous Thromboembolism Cohort 65+ (SWITCO65+)

Seit April 2009 läuft die Swiss Venous Thromboembolism Cohort 65+ (SWITCO65+). Diese von Prof. Aujesky geleitete, multizentrische Schweizer Kohorten-Studie untersucht die Behandlungsprozesse, medizinische Outcomes, Lebensqualität und Kosten von ca. 1000 über 65-jährigen PatientInnen mit venöser Thromboembolie in 9 Schweizer Spitälern. Die Studie wurde bisher vom Schweizerischen Nationalfonds mit einem Gesamtbetrag von CHF 2.8 Mio unterstützt.

Outpatient Treatment for Pulmonary Embolism (OTPE)

Im Juni 2011 wurde in der renommierten Fachzeitschrift Lancet die von Prof. Aujesky geleitete Outpatient Treatment for Pulmonary Embolism (OTPE) Studie publiziert. Diese internationale, randomisierte Nicht-Inferioritätsstudie an 344 Patienten mit Lungenembolie hat gezeigt, dass die ambulante Therapie von Tiefrisiko-Patienten mit Lungenembolie genauso wirksam und sicher ist wie die klassische Spitaltherapie und dass so die Spitalaufenthaltsdauer signifikant gesenkt werden kann. Die Zufriedenheit der PatientInnen mit der ambulanten Behandlung war sehr hoch. Die OTPE Studie wurde vom Schweizerischen Nationalfonds und vom U.S. National Heart, Lung, and Blood Institute, und vom französischen Programme Hospitalier de Recherche Clinique unterstützt mit einem Gesamtbeitrag von etwa CHF 1.5 Mio.